Apps entwickeln für Windows 8 und RT oder Lernen durch Zuschauen

Durch ein Gewinnspiel bei dotnet-snippets bekam ich die Möglichkeit, das Videotraining  „Apps entwickeln für Windows 8 und RT“ aus dem Galileo Press Verlag anzuschauen. Dabei handelt es sich nicht um ein gedrucktes Buch, wie man es von anderen Programmier- oder Computerbüchern kennt, sondern um eine Reihe von Videos, die wie ein realer Dozent das Wissen vermitteln wollen. Der große Vorteil ist,  dass man dem Dozenten (Tom Wendel*) live folgen kann und die Ergebnisse direkt präsentiert bekommt, ein großer Unterschied zu Listings und Screenshots in Büchern. Als einer der Nachteile dieser Art Wissen zu vermitteln ist, dass damit kein schnelles Nachschlagen oder einfach nur schmökern möglich ist.

Es gibt zwar Kapitel und ein entsprechendes Inhaltsverzeichnis, es dauert aber immer ein paar Sekunden das richtige Kapitel und dann die richtige Stelle darin zu finden. Um trotzdem schnell das Gesuchte zu finden, enthält der Videokurs einen A-Z Index.

Die ersten Kapitel behandeln kurz das Applications Model einer Windows 8 Anwendung, gehen kurz auf C# als Programmiersprache und Visual Studio als Entwicklungsumgebung ein, indem ein paar kurze Beispielanwendungen erstellt werden. Für einen Programmieranfänger ist das zu wenig, es werden zwar Klassen und Interfaces erstellt, aber nicht erklärt, weshalb man das gerade so verwendet. Um also die Grundlagen zu erlernen, ist andere Literatur zu empfehlen.

In Kapitel 3 geht der Dozent ausführlicher auf das Application Model von Windows 8 Apps ein. Dabei erfährt man von der Struktur und dem Lebenszyklus einer solchen App. Lernt, Hintergrunddienste zu nutzen und die Benachrichtigungsfunktionen anzuwenden. Bei diesen Funktionen handelt es sich um Neuerungen im Bereich Windows 8 Apps. Unter Windows 8 gibt es den sogenannten Lock Screen, auf dem eine App Informationen anzeigen lassen kann und die Live-Kacheln, mit denen man eine App nicht nur starten, sondern ebenfalls kleine Informationshäppchen übermitteln kann, z.B. Wetter oder Sportergebnisse. Umso wichtiger ist es, darauf genau einzugehen, was dem Dozenten sehr gut gelungen ist.

Im nächsten Kapitel geht der Dozent auf die UX, die User Experience, für Windows 8 Apps ein, indem die offizielle Dokumentation von Microsoft dazu erwähnt wird und auch Beispiele aufgezeigt werden. Man bekommt die von Microsoft aufgestellten Richtlinien anhand von Anwendungen vorgeführt.

Die übrigen Kapitel beschäftigen sich damit, einen Newsreader nach den Designvorschriften von Microsoft zu programmieren. Auch hier zeigt sich, dass der Videokurs Grundlagen in der C#-Programmierung voraussetzt, oder man im Notfall auf andere Literatur ausweichen muss.

Es macht Spaß, die Videos anzuschauen. Das Wissen über ein Buch aufzusaugen erfordert aktives Wirken, die Videos startet man und kann sich berieseln lassen, um einen Überblick zu bekommen. Wenn dann Themen behandelt werden, die man gerne Nachprogrammieren möchte, kann man das Video pausieren und direkt in der Visual Studio Umgebung loslegen. Anschließend lässt man das Video weiterlaufen. Die Videos enthalten Sprungmarken und man kann eigene Lesezeichen festlegen, um schnell zu einer gewünschten Stelle navigieren zu können.

Ich habe mangels DVD-Laufwerk in meinem MacBook Air die DVD in ein ISO-File umgewandelt und dann in Mac OS X gemountet. Das lief ohne Probleme. Die Videos sollen auch auf einem iPhone/iPad lauffähig sein, das konnte ich aber nicht ausprobieren. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass diese Arbeitsweise einige Vorteile bietet. Auf dem Tablet lässt man den Videokurs laufen und am Computer programmiert man die Übungen direkt mit. Neben den Videokursen sind auch noch die Sourcen für die Übungen enthalten.

*Tom Wendel ist ehemaliger Developer Evangelist bei Microsoft und bekannt durch den Programmierkurs „AntMe!“.

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